FB4 / Angewandte Informatik
In einem Studium lernt man fachlich eine Menge, man erlangt Kenntnisse und Fähigkeiten. Aber die zentrale Aufgabe der akademischen Ausbildung besteht in etwas viel schwierigerem: Verständnis. Nichts als gegeben annehmen, alles hinterfragen, zu Lösungen gelangen und diese erklären können. Das ist es was wir als gute IT-Expert:innen leisten müssen. Es ist - und war schon immer - schwer nicht nur Phrasen zu wiederholen, ChatBots und Lobbyorganisationen nachzusprechen etc.
Mein Ziel der akademischen Lehre hat bereits Kant beschrieben: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
Und das machen wir dann einfach mal. Und danach lassen Sie andere Ihre Phrasen, Ihre selbst erzeugten Chatbots oder Ihre eigene Lobbyorganisation nachsprechen 😉️
Meine Modulverantwortung
empfohlenes Semester | Modul |
|---|---|
2 | |
3 | |
4 | Decentralized Systems |
5 | Semantic Search |
4 | 5 | Interdisziplinäres Projekt |
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FAQ
Wie erfolgt die Bewertung von Aufgaben?
Die Rahmenprüfungsordnung definiert die verschiedenen Noten wie folgt:
(https://www.htw-berlin.de/hochschule/dokumente/rahmenordnungen/)
1,0 (> 90%)
sehr gut: eine hervorragende Leistung
2,0 (> 75%)
gut: eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt
3,0 (> 60%)
befriedigend: eine Leistung, die den durchschnittlichen Anforderungen entspricht
4,0 (> 50%): ausreichend
eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt
5,0 (< 50%): nicht ausreichend
eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr
genügt
Mein Job besteht nun darin, basierend darauf Noten zu vergeben. Die qualitativen Aussagen helfen dabei. Man kann also z.B. 5 Aufgabe in einer Klausur vergeben. Dann könnte jede Aufgabe mit 20% in das Endergebnis eingehen. Wie aber entscheidet man für jede Aufgabe, mit welchen Grad, zu wie vielen Prozenten sie erfüllt ist. Man kann und muss wenn möglich also auch dort weiter unterteilen.
Offenbar aber gelangt man an eine Grenze und steht vor dem Problem wie man eine nicht mehr teilbare, ich nenne sie einmal, atomare Leistung bewertet. Ich mache das wie folgt:
Ich erwarte, dass Studierende die Frage verstehen und zumindest eine grobe Antwort geben, die in die richtige Richtung geht und nicht falsch ist. Das empfinde ich als Durchschnitt, also als "befriedigend" im Sinne der RPO. (Wenn man das als bereits etwas schwach empfinden mag, widerspreche ich dem nicht.) Hat aber diese grobe Antwort auch nur kleine Fehler, dann ist sie unterdurchschnittlich. Die Antwort ist nicht ausreichend, wenn offenbar nicht einmal die Frage verstanden wurde bzw. wenn kein Ansatz für eine richtige Antwort gefunden wurde.
Die Leistung empfinde ich bereits als überdurchschnittlich, wenn die Fragen umfänglich richtig beantwortet wurde.
Die Leistung bewerte ich als hervorragend, wenn man nicht nur die Frage richtig beantwortet, sondern diese auch noch präzise und knapp beantwortet wurde, ggf. Abgrenzungen stattfanden zu nicht relevanten Themen.
Ich versuche Leistungen dann als hervorragend zu bewerten, wenn erkennbar ist, dass das Problem wohl verstanden wurde und Kenntnisse und Fähigkeiten existieren, dieses Lösungen auf ähnliche Problembereiche anzuwenden.
Diese atomare Bewertung mache ich tatsächlich für jede einzelne Klausurfrage. Diese atomare Bewertung ist in aller Regel auch bei Vorträgen anzusetzen.